Alle wollen Nachhaltigkeit - und das ist gut so



Ein Zufall, aber ein richtungsweisender: Während sich unsere Parlamentarier im Bundestag wegen des (zu Recht!) umstrittenen Klimapakets der GroKo zoffen, werden von Unternehmen und Verbänden Pressenotizen über neue Nachhaltigkeitsmaßnahmen verbreitet. Da erweitert eine bekannte deutsche Investmentgesellschaft ihr Angebot an nachhaltigen Fonds, vergrößert ein internationaler Anbieter sein Management für nachhaltige Produkte, meldet eine Versicherungsgruppe, dass sie ab sofort ein Zeichen setzen und klimaneutral wirtschaften will. Das sind nur erfreuliche Einzelbeispiele ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Besonders bemerkenswert ist das Ergebnis einer vorhin veröffentlichten Umfrage der DVFA, der Standesorganisation aller Investment Professionals in den deutschen Finanz- und Kapitalmärkten mit über 1.400 Mitgliedern.


Die DVFA Kommission Sustainable Investing (SI) hat Investment Professionals in Deutschland befragt, um die herrschende Stimmung zur Thematik nachhaltigen Investierens zu erfassen. Herausgekommen sind eindrucksvoll positive Resultate (hier nur ein kurzer Auszug) – insgesamt wird die zunehmende Bedeutung nachhaltigen Investierens belegt. So nehmen 98,1 Prozent (!) der befragten Investment Professionals eine verstärkte Relevanz des Themas bei ihren Tätigkeiten wahr. Zudem bestätigt die Mehrheit (58,8 Prozent) der Investment Professionals, dass ihre Kunden verstärkt nach nachhaltigen Anlagen fragen – 31,4 Prozent antworteten immerhin mit „manchmal“ und lediglich 9,8 Prozent verneinten dies.


Zudem teilen 37,5 Prozent der Befragten die Auffassung, dass die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien den wirtschaftlichen Erfolg und den finanziellen Ertrag von Investitionen nicht beeinträchtigt. Ein weiteres Ergebnis der Befragung zeigt die Häufigkeit der Anwendung von ESG-Kriterien (ESG = Environment, Social, Governance, gilt auch als Kürzel für Nachhaltigkeit) nach Assetklassen, wobei Mehrfachnennungen obligatorisch waren. So ergab die Befragung folgende Verteilung nach Prozent aller Stimmen: Aktien (34,7 Prozent), Anleihen (28,7 Prozent), Immobilien (14,9 Prozent), Infrastruktur (12,3 Prozent), Rohstoffe (7,5 Prozent) und Hedgefonds (1,9 Prozent). Börsennotierte Wertpapiere stehen also im Vordergrund.


Für Sie, geschätzte Anleger, sind das grundsätzlich gute Nachrichten. Mein Vorschlag: Sie sollten sich mit Nachhaltigkeit befassen (wenn noch nicht geschehen) und dann vor Ihrer Anlageentscheidung kritisch prüfen, ob und wie ein Unternehmen oder Investmentfonds die ESG-Kriterien erfüllt.

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