Dax (hoffentlich) nur kurzfristig auf der Ölspur

Wer von Ihnen schon in den 1970er Jahren erwachsen war, wird sich ungern erinnern, was Ölkrise und ihre Folgen bedeutet. Droht uns jetzt wieder so was? Nicht zu 100 Prozent auszuschließen, aber wenig wahrscheinlich. Deswegen befürchte ich auch keine nachhaltige Börsenschwäche – es sei denn, es würde sich daraus ein neuer Krieg in Mittelost entwickeln. Keine Überraschung, dass die Börsen heute spontan mit teilweise deuitlichen Kursverlusten reagiwert haben.


Nach dem Drohnenangriff auf die größte Erdölraffinerie in Saudi-Arabien vom Wochenende sind die Ölpreise heute erstmal brural gestiegen – in den ersten Handelsminuten um bis zu 20 Prozent. Anschließend bildeten sich die Risikoaufschläge wieder etwas zurück. Am frühen Samstagmorgen hatten mehrere Explosionen Anlagen des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco in Churais und Abkaik erschüttert. Nach Angaben von Saudi Aramco ist der Komplex die größte Raffinerie des Landes und die größte Rohölstabilisierungsanlage der Welt. Betroffen von dem Anschlag ist angeblich eine Tagesproduktion von etwa 5,7 Millionen Barrel. Das entspricht rund 5 Prozent des weltweiten Angebots an Erdöl. Das ist schon heftig!


Aber: Es ist genügend gefördertes Öl da, geschätzte Anleger. Donald Trump hat bereits die Freigabe von nationalen Ölreserven im Falle von Engpässen genehmigt. Und die Energieagentur IEA in Paris sieht zunächst keine Versorgungsprobleme: Vorerst seien die Märkte gut mit reichlich kommerziellen Beständen versorgt.


Also geht’s weniger um eine tatsächliche Ölverknappung, sondern mehr um die politischen Folgen der Anschläge. Der US-Präsident hat ja was vor und droht. Das ganze passt in die brisante geopolitische Lage. Wenn die sich entspannt (es gibt ja zumindest Hoffnung), brauchen wir uns um den Dax keine großen Sorgen zu machen.


Die Auswirkungen auf den deutschen Markt und für die Autofahrer hierzulande dürften sich nach Einschätzung des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) in Grenzen halten. Aus Saudi-Arabien kommt kaum Öl nach Deutschland - 2018 war es 1 Prozent, sagte ein Verbandssprecher der Deutschen Presse-Agentur. Eine Engpass-Gefahr beim Öl besteht für Deutschland also nicht.



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