Der Fluch der verschwundenen Zinsen

Hallo allerseits! Ich kann mir gut vorstellen, dass viele Bundesbürger in diesen Tagen von Geldanlagen nichts wissen wollen. Politik und Welthandel verbreiten auf mehreren Schauplätzen brisante Unsicherheit, die Konjunktur steckt im Nebel und die Aktienkurse torkeln. Dazu kommt, dass die mutmaßlich sicheren Anlagen nicht mehr sicher sind und nicht einmal den Geldwert sicherstellen. Dazu liefern Wissenschaft und Banken schon seit Jahren erschreckende Zahlen. Eine neue Berechnung verbreitet dazu heute die DZ Bank. Der Titel klingt brav: „Anhaltende Zinseinbußen privater Haushalte durch Niedrigzinsphase“. Die aktualisierten Zahlen sind aber fürchterlich. Und Besserung ist nicht in Sicht.


Zusammengefasst sieht es wie folgt aus: Schon vor rund zehn Jahren ging es abwärts, schwenkte die Zinslandschaft in Richtung Niedrigzinsphase ein. Seitdem summieren sich die Zinseinbußen der privaten Haushalte bei Einlagen, Rentenpapieren und Versicherungen auf 648 Mrd. Euro auf. Dem stehen Zinsersparnisse bei Krediten von 290 Mrd. Euro gegenüber. Seit 2017 reicht die nominale Durchschnittsverzinsung nicht mehr aus, um die Inflation auszugleichen. Ein negativer Realzins von 1,0 Prozent führt in diesem Jahr zu einem Wertverlust des verzinslichen Geldvermögens von voraussichtlich 47 Mrd. Euro. Die im letzten Jahr aufkeimenden Hoffnungen einer Trendwende sind verflogen. Ein Ende der Niedrigzinsphase ist noch nicht absehbar. Die Zinseinbußen der privaten Haushalte steigen weiter und die Zinsen dürften erneut nicht für einen Inflationsausgleich ausreichen. Das wäre das vierte Jahr mit negativem Realzins in Folge.


Ich will jetzt nicht auf die Gründe dieser historischen Entwicklung eingehen und auch nicht deren Vor- und Nachteile abwägen. Die lange Null-Zins-Ära fördert anderseits aber den Schwenk vom Zinssparen zum Investieren in Sachwerte. Nur – leider! – in Deutschland bisher nicht in ausreichendem Maß. Deshalb sollten sich alle Verantwortlichen noch intensiver um die Aktienanlage kümmern. Denn die Zeit ist günstig, auch wenn es momentan anders aussieht: Wer dazu veranlagt ist, kann jetzt durch Kauf von besonders gebeutelten Aktien auf Alles-wird-gut wetten, wenn er darauf setzt, dass sich die internationale Szene wieder beruhigt, weil Amerika und China über kurz oder lang ihren Handelsstreit beilegen. Dann hellt sich auch der Konjunkturhorizont auf. Andere Anlegertypen sollten endlich mit langfristigen Aktien- oder Aktienfonds-Sparplänen für die private Vorsorge beginnen – statt Cash auf Konten verschmoren zu lassen.



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