Die Prognosewelle 2020 für den Dax rollt an

Ich will Sie schon mal vorwarnen, geschätzte Anleger: Ab jetzt (und bis zum Jahreswechsel) geht es nicht nur um die Börsenperspektiven für die nächsten Wochen. Es beginnt langsam die Saison der Jahresprognosen: Was können deutsche Anleger vom Jahrgang 2020 erwarten? Ich tippe erst mal auf mehrheitlich ziemlich vorsichtige bis verhalten-optimistische Vorhersagen.


Der gestrige BIP-Quartalsbericht war so was wie der Startschuss, denn unsere Wirtschaft ist knapp an einer Rezession vorbeigeschrammt. Ist das schon Grund genug für den Dax, immer höher zu klettern und bald einen neuen Gipfel zu erreichen? Nicht-Börsianern kann man kaum verklickern, dass der Standardwerte-Index nur noch wenige Hundert Punkte von seinem Allzeithoch entfernt ist. Bankanalysten machen’s kurz und bündig: Deutsche Unternehmen generieren nur 23 Prozent ihrer Umsätze im Inland. 25 Prozent entfallen auf die anderen Industrieländer Europas, 27 Prozent auf die Schwellenländer der Welt. Für die meisten Unternehmen ist die Nachfrage aus dem Ausland also wichtiger als die hiesige Wirtschaftslage. Entsprechend haben in den letzten Monaten vor allem der zurückkehrende globale Konjunkturoptimismus und die hohe Gewichtung zyklischer Titel aus den Sektoren Chemie und Automobile den Dax angetrieben.


Noch gibt es keine konkreten Prognosen (= Schätzungen), wo der Dax Ende 2020 stehen könnte. Aber alte Hasen wissen ja, dass Banken, Fonds und Medien uns in Kürze mit entsprechenden Zahlen und Umfragedurchschnitten überschwemmen werden. Die von mir geschätzten Strategen der Deutschen Bank beginnen nicht gerade euphorisch: Große Sprünge des Dax werden 2020 nicht erwartet, lese ich heute Morgen, ein Kursplus im „mittleren einstelligen Prozentbereich“ gilt als realistisch.


Was auch immer an Prognosen auf uns zukommt – nehmen Sie diese nicht für bare Münze! Oft liegen die Propheten mehr oder weniger stark daneben. Das kann beim Blick auf die Aktienmärkte auch nicht anders sein, denn schon die Vorhersagen für den nächsten Tag stehen ja auf wackligem Boden. Und erinnern Sie sich bitte, wie mies die meisten Strategen fürs laufende Jahr gestimmt waren. Außerdem sollte man einzelne Jahre im längerfristigen Zusammenhang sehen: Den bisherigen 25 Prozent Kursgewinnen sind gut 18 Prozent Kursverluste (auf rund 10.560 Dax) im vergangenen Jahr vorausgegangen. Ich sage voraus, dass der Dax ungeachtet von Schwankungen und Schwächephasen in den Jahren nach 2020 noch viel, viel höher klettern wird!

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