Die Risiken sind noch nicht vom Tisch


Die wechselnden, zuletzt wieder schlechter klingenden Nachrichten von der Virus-Pandemie verstellen den Blick nach vorn. Dazu kommen die stark uneinheitlichen Lageberichte über einzelne Branchen und einzelne Konzerne. Wer als Anleger deshalb nach klaren Aussagen zu den Börsenaussichten für die kommenden Wochen und Monate sucht, wird momentan von den entsprechenden Analysen eher enttäuscht. Denn kaum ein professioneller Stratege wagt auch nur einigermaßen konkrete Vorhersagen. Man beschränkt sich meist auf die Beschreibung unterschiedlicher Szenarien. Beispiele: Aktiv investieren, international streuen, Aktien mit hohen Dividendenrenditen berücksichtigen etc.


Zwar stehen immer noch Dax-Prognosen von 15.000 bis 16.000 Punkten fürs laufende Jahr im Raum. Doch ist mit den inzwischen markierten Rekordhöhen das Ziel für betont vorsichtige Vermögensverwalter schon (fast) erreicht – nun gelten, auch für technische Analysten, kurzfristig noch 14.000 als Big Figure erreichbar. Das ist kaum anzuzweifeln. Dennoch bleiben die Risiken. Deshalb muss man einsehen, warum trotz der an sich sehr guten Verfassung der Aktienmärkte die Unsicherheit unter den professionellen Investoren groß bleibt: Das Virus überlagert zunächst alle anderen Einflüsse bzw. stellt diese zumindest in Frage. Das gilt insbesondere für das weltweite Wirtschaftswachstum und den Konjunkturverlauf. Dagegen steht das Nullzinsniveau nicht zur Diskussion – eher wird der geldpolitische Kurs der Notenbanken durch die Pandemie noch gestützt oder sogar verlängert.


Stellen Sie sich nur einmal vor, geschätzte Anleger, das Virus würde sich immer weiter global ausbreiten – das könnte dann wirtschaftlich eintreten: China erfährt einen erheblichen Rückschlag, das wirkt sich auf die Partnerländer und den Welthandel gravierend aus, die bisherigen Wachstumsprognosen für 2020 werden deutlich nach unten korrigiert und viele Unternehmen müssen ebenfalls ihre Umsatz- und Ertragszahlen Richtung Süden anpassen. Das könnte die enorm hohe Liquidität bei den bisher unterinvestierten institutionellen Investoren nicht ausgleichen. Auch der Mangel an attraktiven Alternativen wäre dann kein ausreichendes Gegengewicht. Es bleibt also das kurz- bis mittelfristige Risiko einer Schwächephase an den Aktienmärkten.


Was zu tun ist, hängt von Ihrer Ausgangslage und Ihrer Risikobereitschaft ab, liebe Leser. Sie können sich ausklinken und erst einmal zuschauen oder mutig bleiben und selektiv zukaufen (insbesondere an leichteren Tagen). Mein Vorschlag bleibt: Denken Sie über eine „Bisschen-Taktik“ nach, also weitermitmachen (auch Gewinnmitnahmen nicht vergessen!), aber vorsichtshalber nur mit einem Teil des verfügbaren Anlagekapitals.

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