Immer mehr Prognosen, viele Meinungen , aber kein Wissen

Aprilwetter spaltet das Land. Was die Wetterfrösche melden, eignet sich oft zum Vergleich mit dem Börsenklima. So auch diese Headline von heute. Nur gelten die unterschiedlichen Vorhersagen für Kapitalanleger international. Ein bedeutender Fondsmanager skizziert die Aussichten ebenfalls allegorisch: Die Weltwirtschaft erreicht nun das Zentrum des Sturms, und Investoren erwartet eine sehr schwierige Zeit, bevor sich im zweiten Halbjahr die Lage verbessert, sobald die chinesische Wirtschaft sich erholt. Das kann man nachvollziehen – aber wird es auch so kommen? Die Vordenker der Anleger werden immer mutiger und üben sich in zunehmend konkreter werdenden Prognosen. Viele Meinungen bedeuten aber nicht Wissen, eher Nicht-Wissen. Sie helfen allenfalls Ihnen, geschätzte Anleger, bei Ihrer persönlichen Meinungsbildung, wie es mit der Viruspandemie und ihren wirtschaftlichen Folgen weitergehen könnte.


Das lässt sich auch am heute vorgelegten „Citi-Investmentbarometer“ ablesen, das im dreimonatigen Turnus private und professionelle Börsianer zu ihren Markteinschätzungen befragt. Bei dieser ersten Erhebung 2020 sind viele interessante Zahlen herausgekommen, darunter eine ungewöhnlich unterschiedliche (fast dreigeteilte!) Einschätzung der Aktienmärkte: So erwarten knapp 33 Prozent, dass sich die Corona-Krise in den nächsten drei Monaten weiterhin auf die Kurse auswirken wird und diese daher sinken. Der Anteil der Pessimisten hat sich damit seit Ende letzten Jahres mehr als verdoppelt und markiert ein Allzeithoch seit der ersten Erhebung des Barometers im Jahre 2011. Gleichzeitig erwarten rund 31 Prozent der Befragten, dass es mit Aktien auf Sicht von drei Monaten aufwärts geht. Die knappe Mehrheit von 36 % tendiert allerdings kurzfristig zu seitwärts laufenden Kursen. Mittelfristig, also über zwölf Monate (ein Lob für die seltene Präzisierung, was unter „mittelfristig“ verstanden wird), sind die Befragten zunehmend der Meinung, dass sich Aktien von der momentanen Situation erholen werden. Denn die Bullen dominieren mit 44 % deutlich. Alles klar?


Solche Umfragen zu Wirtschaft und Börse können nur eine Momentaufnahme sein und sollen Ihnen, liebe Leser, die individuellen Anlageentscheidungen auch nicht abnehmen. Mir selbst fehlt (immer noch) der Mut zu einer klaren Prognose, denn es stehen zu viele schwerwiegende Fragezeichen mit zeitlicher Relevanz im Raum. Auf keinen Fall jetzt noch panikartig aussteigen oder gierig aufspringen! Wer aber einen wirklich langfristigen Anlagehorizont mitbringt (ab fünf Jahren), wird mit Aktien nichts falsch machen – egal, ob er sie heute oder morgen kauft.

Alles Gute und tun Sie alles, um gesund zu bleiben!

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