Investieren in Zeit bringt Rendite


Immer wieder und gerade jetzt schüttele ich den Kopf, wie Privatanlegern die einzelnen Anlageklassen empfohlen werden – als ob alle Anleger gleichgelagert und die Anlageformen vergleichbar wären. Beides trifft nicht zu. Deshalb appelliere ich von Zeit an Zeit an meine Leser / Zuhörer, sich zu „Kümmerern“ zu entwickeln, etwa nach dem Motto: Überlasst die Strategie nicht einfach professionellen Beratern oder einem guten Freund, sondern kümmert Euch selbst um Euer Anlagevermögen. Beim Investieren geht es auch um den Faktor Zeit, womit an dieser Stelle einmal nicht das Timing von Kauf und Verkauf an der Börse gemeint ist. Inzwischen kann man beobachten, dass sich der Kreis von Selbstentscheidern auch hierzulande ausweitet.


Auf die grundsätzlich herausragende Rolle der Diversifikation wird an allen Ecken hingewiesen, denn wer Aktien kauft, sollte die Risiken (ich sage: die Chancen und Risiken) breit streuen. Man kann einen ähnlichen Begriff hinzufügen: Differenzierung. Denn wie man mischen sollte, wird meinungsabhängig überall verkauft. Aber wo lesen Sie, geschätzte Anleger, wie viele Aktien / Branchen / Länder für Sie geeignet sind? Ich habe Privatanleger kennengelernt, die schlappe 20.000 Euro auf 8 bis 10 Aktien verteilt haben – und andererseits Menschen mit Depots über 500.000 Euro, die auf nur 3 Aktien sitzen. Ähnlich unsinnig ist es, insgesamt gut 100.000 Euro im Laufe der Jahre in knapp 100 Einzelwerte zu stecken – wer behält da Über- und Durchblick?


Aktuell ärgert mich (ein bisschen), wie das edle Metall behandelt wird. Denn seit seiner Renaissance gibt es zahlreiche Gurus, die Gold dringend empfehlen, weil mutmaßlich weiterer Preisanstieg lockt (erst einmal über 1.600 Dollar) und überhaupt das Krisenmetall künftig mehr verspricht als Wertpapiere. Gleichzeitig kann man ausführliche Warnungen vor einer Goldanlage lesen, zum Beispiel durch Verbraucherschützer, die Gold mit Aktien vergleichen und alle denkbaren Negativfaktoren auflisten. Dabei wird der Sicherheitscharakter (Gold ist sicherer als Papiergeld) oft vernachlässigt. Ich empfehle Gold nie unter Preis- und Renditeaspekten. Unsinnig ist es ebenso, die selbstgenutzte Immobilie mit einem Aktiendepot vergleichen zu wollen. Mit anderen Worten: Zwischen den drei herausragenden Sachanlageklassen Aktien, Immobilien und Gold gibt es gravierende „charakterliche“ Unterschiede, die es individuell zu bewerten gilt, so dass sich ein simpler Vergleich eigentlich verbietet.


Deshalb werde ich nicht müde, Privatanlegern zuallererst den Faktor Zeit zu empfehlen. In Zeit zu investieren (= Vorbereitung von Strategie und Taktik), lohnt sich allemal, ist zweifellos ein Renditefaktor. Also, lernen Sie sich selbst und Ihre Anlageziele kennen, bevor sie investieren!

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