Konjunktur und Börse: Aktien drohen Tiefdruckgebiete


Es gibt natürlich keine Korrelation zwischen der Großwetterlage und dem Börsenklima. Heute frage ich mich allerdings, ob nicht doch irgendeinen Zusammenhang bestehen könnte. Denn der aktuelle Wetterbericht und die neuen Konjunkturanalysen passen zusammen: Das Sommerhoch verabschiedet sich und wird von kühlem Wechsel abgelöst, die jüngsten Berichte von Ifo und ZEW sind ebenfalls Androhungen von Tiefdruckgebieten für Konjunktur und Kapitalmärkte. Da müssen selbst unverbesserliche Optimisten von zunehmenden Zweifeln geplagt werden.


Gestern die Nachricht des Ifo-Instituts, dass sich das Weltwirtschaftsklima weiter eingetrübt hat. Sowohl die Lagebeurteilung als auch die Erwartungen verschlechterten sich deutlich. Das Wirtschaftsklima verschlechterte sich in allen Regionen. Vor allem in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften und den asiatischen Schwellen- und Entwicklungsländern revidierten die Experten sowohl die Lagebeurteilung als auch die Erwartungen nach unten. Heute ist der monatliche Bericht zum ZEW-Indikator gefolgt mit der Message: „Erhebliche Verschlechterung des Ausblicks.“ Die Konjunkturerwartungen für Deutschland gehen im August erneut stark zurück und fallen damit auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2011! Kommentar der Mannheimer Forscher: Die Konjunkturerwartungen zeigen einen erheblich verschlechterten Ausblick für die deutsche Konjunktur. Die erneute Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China, das damit verbundene Risiko eines globalen Abwertungswettlaufs sowie die gestiegene Wahrscheinlichkeit für einen No-Deal-Brexit treffen auf ein ohnehin abgeschwächtes Wirtschaftswachstum. Dazu die Prognose: Die Entwicklung der deutschen Exporte und der Industrieproduktion dürfte sich weiter verschlechtern.


An der Umfrage des ZEW haben sich 193 Analysten und institutionelle Anleger beteiligt – können die sich irren? Theoretisch schon, aber die Probleme der Weltwirtschaft sind ja keine Überraschung, sondern nehmen schon seit dem Frühjahr beängstigend zu. Und wenn das R-Wort irgendwo in den Raum gestellt wird, zuckt mittlerweile keiner mehr zusammen – die Rezession ist eine ernst zu nehmende Bedrohung geworden. Ich kann deshalb gut verstehen, wenn vorsichtige Anleger ihre Gelassenheit aufgeben und ihre Aktienbestände erst einmal abbauen, um andererseits den Cash-Anteil sowie Gold im Portfolio aufzustocken.

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