Konjunktur und Kurse: Für jeden etwas dabei

Viele Fachleute liegen wieder einmal daneben – aber nur knapp: Die Konjunktur läuft etwas besser als mehrheitlich erwartet. Aber eben nur etwas. Für die Börse sind die mit Spannung erwarteten BIP-Zahlen ein Grund zum erleichterten Aufatmen, andererseits aber kein Impuls zum Jubeln. Bullen und Bären, also beide Seiten, können die heute veröffentlichte Statistik für ihre Argumentation heranziehen. Insofern ist es keine besondere Überraschung, dass die Aktienkurse spontan nicht reagiert haben.


Unsere Wirtschaft ist also an einer leichten Rezession vorbei geschrammt. Das Bruttoinlandsprodukt war im dritten Quartal 0,1 Prozent höher als im Vorquartal. Analysten hatten dagegen im Schnitt ein Minus von 0,1 Prozent erwartet. Es geht somit um das Minimum, eine Nachkommastelle. Zudem wurde die Schrumpfung im zweiten Vierteljahr wurde von 0,1 auf 0,2 Prozent nach unten korrigiert. Bei zwei Quartalen infolge mit schrumpfender Wirtschaftskraft sprechen Ökonomen von einer technischen oder rechnerischen Rezession. Insgesamt hat sich die deutsche Konjunktur in den vergangenen zwölf Monaten deutlich abgekühlt. Die Überauslastung der Produktionskapazitäten aus den Boomjahren 2017/18 ist weitgehend abgebaut, so dass der Auslastungsgrad derzeit in etwa seinem langfristigen Mittelwert entspricht. In den kommenden Monaten sei jedoch keine tiefgreifende gesamtwirtschaftliche Rezession zu befürchten, schreiben mir jetzt neutrale Wissenschaftler und zählen diverse Gründe dafür auf. Schon glaubt man, das gerne zitierte Licht das Ende des Konjunkturtunnels zu erkennen.


Warten wir’s ab – zunächst geht es um das mitentscheidende Thema Handelskonflikte (Mehrzahl, denn es betrifft ja nicht allein den Konflikt USA/China). Die dämpfen schon jetzt das Wachstum der Weltwirtschaft. Für Dax & Co. wichtig ist zugleich das Verhalten der marktbestimmenden Großanleger. Denn die heimischen Institutionellen sind zuletzt den optimistischen internationalen Kapitalströmen kaum gefolgt: Die jüngste Umfrage von BofA Merrill Lynch offenbart nicht nur starke Wachstumszuversicht, sondern auch, dass netto 13 Prozent (Vormonat 1 Prozent) der befragten Fondsmanager, die berichteten, in Aktien der Eurozone übergewichtet zu sein. Daraus folgern Frankfurter Verhaltensforscher, dass die heimischen Investoren im Falle von Rücksetzern durch dann nachgeholte Käufe dem Dax eher eine Stütze sein werden.

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